MAWAZO

MAWAZO

Nie das Handtuch werfen

Von Julia Nehmiz

Der sambisch-malawische Regisseur Mbene Mwambene und die italienische Performerin Ivana Di Salvo haben in Bern einen Abend entworfen, der wie beiäufig über Globalisierung, Flucht, Ausbeutung und Rassismus spricht. Weltgeschehen vollzieht sich im Biographischen – und gleichzeitig fliegen die Fäuste.

Das Leben ist ein Boxkampf

von Helen Lagger

DERIVA

DERIVA

14.04.2019 Premiere Theater Palazzo, Listal

„Plastik im Meer; Plastik auf der Bühne, Plastik überall……..

Mit Spannung warte ich im Publikum sitzend darauf, was mit dieser auf der Bühne platzierten, in Plastik gehüllten Leiter geschieht. Hinten im Bühnenbereich Plastik an einer Wäscheleine, weiter vorne ein Block mit Plastik umhüllt, sogar der Boden mit Plastik bedeckt.

Aufruhr…zum Glück wird die Jugend wild….

So auch in diesem sehr spannungsreichen, fantasievollen Theaterstück.

Unverfroren, stellen sich diese drei Frauen in verschiedenen Kunstformen ernsthaften Themen wie der Arbeit in einer Waffenfabrik, der Heimat(losigkeit), dem Mutttersein.

Von einem Musiker wird das Geschehen auf der Bühne kunstvoll untermalt.

Körperbetont  und überzeugend wirken die „Demonstrationen“ teils von einer unsäglichen Traurigkeit. Italienisch und Hochdeutsch wird gesprochen, ein Wechselspiel gekonnter Bühnensprachen.

Diverse kleine Unterthemen werden in grosser Schnelligkeit eingeflochten, viele Fragmente stehen im Raum, einiges wird angedeutet, vielleicht zu viel um alles zu vertiefen.

Der Abend, ein virtuoses Stück „Wirklichkeit“ auf der Bühne im Theater Palazzo in Liestal.“

Rinalda Caduff, Schauspielerin, Basel

Die Spannung des Stückes hat über die ganze Strecke gehalten, die drei Darstellerinnen haben alle, jede in ihrer spezifischen Rolle, überzeugt. Mit ihren vielfältigen Handlungssträngen haben sie sich viel abverlangt. Der Bogen oder die Verknüpfung von allem zu einem Schluss war nicht leicht, aber er ist ihnen gelungen.

Graziella Isler – Basel

DERIVA

9.05.2019 Flatterschafft, Basel

Wie es im Leben auch sein, zeigt Dein Stück. Umgezwungen (Tante erzieht das Kind) oder Realitäten gehorchend, sehnsüchtig, hilflos, trostlos, ausweglos, rebellisch, sehnsüchtig, mit Weh, mit Erkenntnis. Dein politisch Engagement ist hier in der Schweiz zwischenzeitlich schon fast selten geworden. Die Meinungen vieler Mesnchen ist zwar klar und fest, sie engagieren sich in politischen Gruppen, wenige mit der Bereitschaft zu Kompromissen in der Politik, in der Kunst, in der Kultur. Diese Bereitschaft, Dinge derart  tiefgreifend und den Abgrund mit der Verzweiflung der Ausweglosigkeit darzustellen,sind nur wenige bereit. Kritik an der Wirtschaft wegen der Schaffung von sinnlosen Jobs wagt hier niemand. Man hat genügend Geld, um sich damit die Freizeit zu gestalten. Man kann sich so gut abspalten. Oder denn, jemand ist wirklich froh, weinfach einen Job zu haben und seine Familie durchzubringen. Das dann die andere mögliche Seite der Realität eines Familienvaters.

Dein Stück war sehr beeindruckend. Sinnlich. in toller sprache, in toller Aussprache. Die Figuren u.a. auch stark bewegt – das fiel mir besonderes auf. Kein Stillstand. Sie wollten bewegen, schafften es dennoch kaum, was ihre Situation betraf. Leider spreche ich nicht italienisch.

Ich versuchte  zu interpretieren oder an der Folge abzuleiten. Was mir nciht klar wurde, woraus die Schlussszene entstehen konnte. Beschrieb sie Utopie oder Wirklichkeit oder Wunsch?

Die Ausstattung fand ich passend, einfach, kreativ. Die Schrift auf dem Plastik war für mich nicht wirklich lesbar. Der Plastikk selber als schreckliches Material dennoch passend zur Hoffnungslosigkeit. Vielleicht ist ein anderes Mal eine Alternative wie Abbruchholz Holz zu nehmen? Alles sehr sinnlich. Die Hände stark einbezogen. Sehr schön.

Was kaum aushaltbar war war die Atmosphäre im 2.UG. Kaum Luft zum Atmen. Gottlob stand ich hinten und konnte mich an das kühle Türblatt lehnen, welches mich abkühlte. Stand ich teilweise kurz vor dem Kreislaufkollaps.

Dennoch fand ich den Raum passend zum Stück. Er unterstützte das Thema.

Herrlich die Musik.

Dir alles Gute.

Danke vielmals für Dein Engagement. Ich liebe Stücke wie Deine, die Dinge aussprechen. Die mit geringsten Mitteln kreativ sind.

Irene Wigger, Architekten – Basel

DERIVA

24.05.2019 Maxim Theater, Zürich

Was mich an Deriva besonders berührt hat, ist das Zusammenspiel der drei Schauspielerinnen. Jede hat ihren ganz eigenen Stil, ihre eigene Bewegung, ihre eigene Sprache. Und doch entsteht eine Harmonie zwischen ihnen. So wie zwischen Familienmitgliedern, die sich irgendwie ähnlich sind und doch sehr verschieden. Etwas führt das Stück zudem sehr gut vor Augen: Emigration bedeutet für jede Familiengeschichte einen Bruch. Und doch ist die Herkunft nicht die Antwort auf alle Fragen im Leben. Ich mag besonders das Schlusswort: “Gib dich nicht zufrieden!”

Larissa Tschudi, journalist