ph. Ivana Di Salvo
Ivana Di Salvo – Regia, drammaturgia e testo (Palermo, IT / Basilea, CH)
Aloyce Makonde – Coreografia e movimento (Dar es Salaam, TZ)
Cilio Minella – Performance e ricerca sul movimento / ricerca sonora (Basilea, CH / Marsiglia, FR)
Tadhi Alawi – Performance e ricerca sul movimento (Dar es Salaam, TZ)
Kihako Narisawa (Association Several Waves) – Consulenza artistica e project management (JP / CH)
Pascale Altenburger (Baba) – Outside eye (CH)
Nadia Beugré – Consulente esterna (CI / BF)
Danke für die unterstützung: KASKO, CCHAR, ROXY Birsfelden, Fachausschuss Darstellende Künste BS/BL, Migros Ideation, Christoph Merian Foundation, artlink Südkulturfonds e Schweizerische Interpretenstiftung.
Bega kwa bega ist ein Tanz- und Soundprojekt über ein koloniales Produkt: Schokolade – ein Symbol, mit dem sich ein ganzes Land, die Schweiz, identifiziert. Sie wird aus Kakao hergestellt, der historisch aus von Europa kolonisierten Ländern (darunter Tansania) importiert wurde. Doch was ist die tatsächliche Verbindung zwischen der Schweiz und Tansania? Durch körperliche Bewegung, eine immersive Klanglandschaft und Musik richtet die Performance den Fokus auf zeitgenössische Widersprüche, die in jedem Bissen mitschwingen: Kindheitserinnerungen, Diäten, Bilder von Männlichkeit und Machtverhältnissen sowie ambivalente Begierden. Schokolade berührt das kollektive Gedächtnis und tiefere Schichten der Psyche. Sie enthält Substanzen, die Aufmerksamkeit, Stimmung, Euphorie und Wohlbefinden steigern. Sie ist Teil moralischer Konsummechanismen wie des Systems von Verlangen und Schuld sowie von Belohnungsstrukturen, die positives Verhalten und das Streben nach Genuss verstärken. Dieses Projekt untersucht zudem, wie eine interkulturelle und transgeografische Zusammenarbeit zwischen Künstler:innen aus dem Globalen Norden und Süden weiterentwickelt werden kann. Die Inspiration für das Projekt entstand während eines Besuchs der Silos in Basel – eines Ortes, an dem sich einst ein Lagerhaus befand, in dem bis 1921 Kakaobohnen gelagert wurden und das als Zwischenstation im Kakaohandel zwischen Rotterdam und der Schweiz diente. Die Performance wird in urbanen Räumen entwickelt und präsentiert, die mit postkolonialen Themen in Resonanz stehen, um diese Themen zugänglich zu machen und ein breiteres Publikum zu erreichen, das normalerweise nicht ins Theater geht. Dieselbe Performance kann jedoch auch in einem traditionellen Theaterraum stattfinden, falls kein geeigneter urbaner Ort gefunden wird.
Die erste Phase der Konzeption und Recherche findet zwischen Februar und Mai 2026 mit folgenden Partnerschaften statt: CCHAR (La Chaux-de-Fonds, CH)
KASKO (Basel, CH)
ROXY (Birsfelden, CH)
BEGA KWA BEGA – danke für die unterstützung
ph. Ivana Di Salvo
DAS PROJEKT
Mit Übertitelung in Deutsch
Mawazo ist Kiswahili und heisst Gedanken; schwere Gedanken, die uns ermüden, aber auch leichte, die uns aufrichten. Es kann der Motor sein, der uns dazu bringt, zu produzieren, zu laufen, zu hinterfragen, zu existieren.
Ein in Tansania und der Schweiz lebendes Team befragt die eigenen Biografien darauf, was es bedeutet, in einer globalisierten Welt aufzuwachsen. Welche Hoffnungen teilen sie? Welche Ängste? Ist der Kapitalismus ein universelles Phänomen oder hat er sich der Vielfalt von politischen und kulturellen Systemen geschickt angepasst?
Im geteilten künstlerischen Raum suchen sie nach Verbundenheit untereinander und mit dem Publikum – über kulturelle und geografische Herkunft hinaus.
Mawazo – the trailer
Mawazo – performers
Mawazo – danke für die unterstützung
Text und Regie Ivana Di Salvo
Komposition und live Musik Tassos Tataroglou
Choreografie Ursina Natalia Früh
Spiele Ivana Di Salvo, Ursina Natalia Früh, Dominique Lüdi, Tassos Tataroglou
Aufgenommene Stimme Lucia Limonta, Anna Dafne Alessi, Barbara Piovella, Rossella Raimondi e Helen Ibry
Übersetzung Luciana Valenza and Jacopo G. Nicoletti
Lektorat Barbara Sauser
Licht Ulrich Kerkmann (Theater Palazzo), Klemens Trenkle (tournée)
Oeil exterieur Anna Dafne Alessi
Produktion Astragalo
Ko-Produktion Theater Palazzo
Unterstützt durch die Abteilung Kultur Basel-Stadt, Kanton Basel-Landschaft Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion, Ernst göhner Stiftung, Migros Kultur Prozent (Basel und Zurich), Oertli Stiftung, BLKB-Jubiläumstiftung, Schweizerische Interpretenstiftung
Mit freundlicher Unterstützung von Istituto di cultura Italiana, Labyrinth Buchhandlung und Martina Langmann
Teulada verliess ihr Heimatland mit ihren Eltern, sie wanderten nach Mitteleuropa aus. Heute drehen sich all ihre Gedanken um ihren Kinderwunsch, der sich zur Obsession steigert. Ihre Schwester Sulcis arbeitet in der Waffenindustrie. Nach ihrer Schicht kehrt sie mit ihren Sprengstoff beschmutzten Händen zurück zu ihrer Wohnung, sie geht entlang der Geisterruinen wo es kaum einen anderen Ausweg gibt als die Herstellung tödlicher Objekte. Erst kam die Landwirtschaftskrise, dann die Krise der Metall- und Chemieindustrie, geblieben ist einzig die Waffenindustrie. Sulcis’ Tochter Anna lebt bei ihrer Tante Teulada und arbeitet in einem Call Center. Mit ihren Kopfhörern lauscht sie den Stimmen der Leute, verfolgt aber weiterhin ihren Traum Kunst und Malerei zu studieren. Alle drei gehören sie zur selben Familie. Eine Familie, durch Emigration zersplittert: Die einen sind gegangen, die anderen geblieben. Verständnislosigkeit auf beiden Seiten.
Diese Charaktere haben in unserer Welt nie existiert, vielleicht existieren sie doch. Sie sind wie Frachtschiffe, Behälter voller Emotionen, gefüllt mit potentiellen Leben und Wünschen, kommerzialisierte Körper. Sie zerschellen aneinander/sie rennen gegeneinander an, sie nähern sich jeweils ohne sich zu berühren, doch leisten sich gegenseitig Gesellschaft.
Der Text von DERIVA wurde von Ivana Di Salvo verfasst, basierend auf ihren Interviews mit Menschen aus Sardinien. Er wird teils auf italienisch, teils auf deutsch gesprochen- zwei der offiziellen Schweizer Landessprachen, die in der multikulturellen Region Basel stark vertreten sind.
Medienberichte über die Waffenindustrie in Sardinien und die Schwierigkeiten der Einheimischen, in einer anderen Branche Arbeit zu finden, haben Ivana Di Salvo inspiriert, das Projekt Deriva zu lancieren. Weitere aktuelle politische Themen wie Emigration / Immigration und soziale Themen wie die Rolle der Frau in der Gesellschaft, Familiendynamik und Assimilation sind dazu gekommen. Die Debatte des Bundesrats in der Schweiz über die Lockerung für Waffenexporte in Bürgerkriegsländer macht das Thema auch für die Schweiz relevant. Die kulturelle Lücke von interdisziplinären Theaterarbeiten, die diese Themen aufgreifen, will Astragalo schliessen und durch das Spiel in deutscher und italienischer Sprache eine Durchmischung des Publikums erreichen und zur Integration beitragen.
Astragalo ist eine Theater Compagnie, gegründet von Ivana Di Salvo im Januar 2018 in Basel. Die Compagnie arbeitet mit KünstlerInnen aus den Bereichen Theater, Tanz und Musik. Sie erforschet und etabliert eine Dramaturgie die verschiedene Kunstformen vereint und ergründet wie die unterschiedlichen kulturellen Hintergründe der Künstler die Kreationsmethoden und die Performance an sich, beeinflussen.
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